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Extreme – Pornograffitti live – Live Music Hall Köln

Erstellt von Daniel Mohr am Sonntag 13. Juli 2014

Nach langer Zeit endlich nochmal ein Konzertbericht von mir.
Und wieder einmal wurde ein lang gehegter Traum von mir wahr.

Im Jahre 1990 erschien das Album „Pornograffitti“ von Extreme. Damals hauptsächlich hoch in den Charts wegen der Über-Ballade „More than words“. In Wirklichkeit eines der besten Alben aller Zeiten. Ich habe das Album hoch und runter gehört, es gibt nahezu keine Ausfälle („When I first kissed you“ ist mir aber schon immer und auch heute noch zu schmalzig). Problem: die meisten „Fans“ kamen wegen „More than words“ zu den Konzerten, und denen flogen dann schön regelmäßig die Ohren weg.
Als Extreme dann als nächstes Album auch noch das Konzeptalbum“III Sides to Every Story
„erschien, welches kein einziges auch nur annähernd Single-taugliches Lied enthielt, war es mit der öffentlichen Aufmerksamkeit dann wieder vorbei. Extreme lösten sich 1995 auf und fanden sich 2008 erst wieder zusammen.
2010 erschien dann das Live-Album „Take Us Alive„, eines der besten Live-Alben überhaupt.

Und 2014 also endlich auch wieder Live in Deutschland (sie waren wohl 2009 schon mal für ein Konzerte hier, habe ich aber leider verpasst). Nachdem das Konzept in Japan schon erfolgreich getestet wurde, spielen sie auf der Tour einfach das komplette „Pornograffitti“ von vorne bis hinten. Einige Lieder wurden wohl im Rahmen der Tour das erste Mal live gespielt. Und ehrlich gesagt war ich vorher ein wenig skeptisch, weil bei einigen Liedern doch reichlich mit Synthesizern gearbeitet wurde und live kein Keyboarder an Board ist (bei „When I first kissed you“ spielt Nuno Keyboard).

Die Live Music Hall in Köln kannte ich vorher noch nicht. Eigentlich ganz nette Location, die Parkplatz-Situation ist aber unter aller Sau. Ich war relativ knapp vor Konzertbeginn da, was aber nichts machte: man hätte sogar noch in die erste Reihe gekonnt, kein Gedränge, friedliche Fans, sehr angehme Atmosphäre.
Als Vorband spielten zunächst „The New Roses„. Sehr passend, haben super Stimmung gemacht mit einer Mischung aus Metal und Rock.

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Als dann das Intro von „Decadence dance“ aus den Lautsprechern ertönte, war sofort Stimmung in der Halle. Und dann legten sie los: Nuno Bettencourt wurde schon bei dem ausführlichen Intro extrem bejubelt (ich stand links; rechts sammelten sich die Gitarristen, die ihn anhimmeln). Und das Konzert hatte es wahrlich in sich! Die Stücke des Pornograffitti wurden hervorragend umgesetzt. Nur wenn absolut notwendig, wurde mit ein paar Samples gearbeitet. Die Setlist war ja durch das Album vorgegeben, daran wurde sich auch gehalten. Dies hatte zur Folge, das „More than words“ schon als fünftes Lied gespielt wurde. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Weiter folgte ein Höhepunkt nach dem anderen. Und auch manch unverhoffter Höhepunkt folgte noch. So zeigte sich, das „Song for love“ durchaus als Stadionhymne geeignet wäre. Auch „He-man woman hater“ präsentierte sich als wahres Live-Brett (nicht zuletzt wegen dem Intro „flight of the wounded bumble bee“, bei dem Nuno seine ganze Geschwindigkeit auf der Gitarre ausspielt).
Auch Gary Cherone tobte über die Bühne wie in guten alten Zeiten. Leider war der Gesang in den ersten Stücken etwaas schlecht zu hören, aber auch das besserte sich dann noch im Laufe des Konzertes.
Besonders schön zu sehen war, mit welcher Sicherheit das Zusammenspiel in der Band abläuft. Auch Bassist Pat Badger fügt sich in das Trio nahtlos ein. So wird auch schon mal die Seite gewechselt, gemeinsam in ein Mikro gesungen, oder man trifft sich zum Abrocken auf dem Schlagzeug-Podest. Dort verrichtet Kevin Figueiredo seinen Dienst mit voller Hingabe.

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Nach gut 1,5 Stunden war das letzte Lied „Hole Hearted“ aus dem Pornograffitti-Album verklungen. Bzw. das im Outro angestimmte „Crazy little thing called love“ von Queen. Eine nette Anspielung: denn ihren Ruf als Live-Band festigten Extreme beim Freddy Mercury-Tribute, wo sie auf besondere Einladung von Brian May spielten und neben „More than words“ nur ein Medley von Queen-Klassikern hervorragend spielten.

Im „Zugabenblock“ gab es dann noch einige Kracher von anderen Extreme-Alben. Nach insgesamt über 2 Stunden war dann Schluß: die Gäste zufrieden, die Ohren taten weh, aber es gab ein Spitzen-Konzert auf hervorragendem technischen Niveau.

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Die Toten Hosen – RheinEnergie Stadion 29. Juni 2013

Erstellt von Daniel Mohr am Mittwoch 17. Juli 2013

Nach dem Besuch von Bon Jovi in der Vorwoche gab es diesmal das absolute Kontrastprogramm in Köln.

Die Toten Hosen feiern sehr ausgiebig ihr 30jähriges Jubiläum, und eine Band, die 30 Jahre existiert, hat es verdient, einmal Live gesehen zu werden (außer den Rolling Stones, aber das ist ein anderes Thema).

Die Anreise gestaltete sich diesmal als äußerst gelungen: die U-Bahn Station Brück Mauspfad liegt direkt an der A4, dort steht ein großes P+R Parkhaus, die U-Bahn Linie 1 fährt direkt zum Stadion, auch die Sonderzüge zurück fahren zum Teil bis Brück und die U1 fährt die ganze Nacht durch im 15-Minuten Takt. Eine echt gute Wahl, wenn man aus Siegen anreist.

Da wir relativ spät los sind, haben wir die erste Vorband „The Toy Dolls“ nur auf dem Vorplatz des Stadions gehört.
Dort war außer Krach aber leider nichts zu identifizieren. Der Einlass ging relativ zügig, interessant die Sicherheitskontrollen. Abtasten nur oberhalb der Gürtellinie (Machete im Bein? Kein Problem), keine Taschenkontrolle bei Frauen, etc. Sehr spannend….

Drinnen angekommen ging es zunächst mal zum Merchandise-Stand. Angenehm auch hier, das die Preise (ebenso wie bei den Tickets) noch nicht völlig abgehoben sind, daher habe ich mir nach langer Zeit auch noch einmal ein T-Shirt gegönnt.

Kaum auf den Plätzen im Oberrang (gute Übersicht) angekommen, begann auch schon Thees Uhlmann. Der Sänger von Tomte war mir von einigen Radioliedern bekannt (ich finde Liedtitel wie „Zum Lachen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ sehr einprägsam). Obwohl von da eher als Mann der ruhigeren Töne einzuordnen ging es auf der Bühne schon etwas härter zur Sache, so das es ein netter Warm-Up war.

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Nach kurzer Umbaupause (die Bühne war quasi komplett leer, es gab keinen individuelle Gestaltung sondern die Bühne glich eher einer Festival-Bühne) kamen dann wahre Urgesteine des Punk: Bad Religion. Mit alten Krachern wie „Punk rock song“ oder „Raise your voice“ kam die Menge dann auch schon richtig auf Touren.

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Und dann ging es los. Mit einem Intro vom Band bei gleichzeitigem Hissen der DTH-Flaggen links und rechts der Bühne, direkt im Anschluß „Ballast der Republik“. Und schon beim nächsten Lied „Altes Fieber“ stand das gesamte Stadion und sang mit. Und hier war auch der größte Unterschied zu Bon Jovi in der Vorwoche: die Toten Hosen haben auch noch neue Hits und Mitgröhl-Songs. Die lautesten Lieder im Stadion verteilten sich quer über ihre Karriere. Die Lautesten waren „Hier kommt Alex“ ´88, „Paradies“ ´96, „An Tagen wie diesen“ ´12, „Altes Fieber“ ´13, „10 kleine Jägermeister“ ´96, „Bayern“ `00 und … ich weiß, das wird einige verwirren … „Schrei nach Liebe“ (für die, die so schnell nicht folgen können: ein Song der Ärzte, welches die Toten Hosen gecovert haben). Und dadurch, das sie immer noch so erfolgreich sind, mangelt es auch nicht an jungen Fans. Doch während die sich im Innenraum austobten, fand man auf den Tribühnen ganz viele Alt-Punker, von denen dann doch die meisten auf Pogen und Bierduschen keine Lust mehr hatten.

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Die Setlist brachte auch ansonsten einiges an Abwechslung. So kamen zwischendurch Meg´n´Jez auf die Bühne. Jez ist der Sohn von Drummer Vom. Sie brachten ein T.V. Smith Cover „Lion and the lamp“ und dann „Call of the Wild“, wobei Campino und Breiti zur Unterstützung auf der Bühne waren (sich aber sehr dezent im Hintergrund hielten). Faszinierend der Umgang der 16-jährigen Meg mit einem Stadion voll Publikum…… Gänsehaut.

Zwischendurch nahm Campino immer wieder sehr gekonnt die Feindschaft von Köln und Düsseldorf aufs Korn. Im Gegenzug hatten FC-Fans ein Banner auf der Tribühne gehisst „Willkommen in der 2. Liga“. Der FC Köln Schriftzug auf den Sitzen hinter der Bühne war im Gegensatz zur Vorwoche nicht sichtbar, sondern die ganze Tribühne in schwarzem Stoff verhüllt. Auch gab es Becks statt Frühkölsch im Stadion und davor.

Nach 1,5 Stunden war der Hauptteil schon vorbei, vergangen wie im Flug. Dann kamen die obligatorischen Zugaben: zunächst gab es 3 Lieder auf einer kleinen Mittelbühne mitten im Innenraum. Danach noch weitere 8 Lieder in 2 Blöcken, bis die Show endgültig vorbei war.

Und friedlich zog die Meute davon. Ehrlich: selten so wenig Gedränge und Geschubse bei einem Konzertende erlebt. Friedlich wurde auf die Bahn gewartet. In der Bahn wurden neue Freundschaften geknüpft oder aber auch schon mal im Stehen geschlafen.

Fazit: ungefähr 2,5 Stunden Show, klasse Vorprogramm, super Stimmung, ein tolles Publikum, viel Spaß gehabt und heil wieder zuhause angekommen. Alles super, solle man nochmals wiederholen.

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Bon Jovi – RheinEnergie Stadion 22. Juni 2013

Erstellt von Daniel Mohr am Samstag 6. Juli 2013

Weiter geht die Konzert-Saison!

Und diesmal mit einem Trip in die Vergangenheit. Vor ziemlich genau 17 Jahren hatte ich schon einmal das Vergnügen, Bon Jovi im (damals noch) Müngersdorfer Stadion zu erleben.

Allerdings hat sich schon einiges geändert. Damals war Einlass um 13.30 Uhr, es gab (mindestens) 3 Vorbands, und das Publikum war im Schnitt 17 Jahre jünger 😀

Die Erinnerungen an Damals sind nur noch Bruchstückhaft vorhanden. Ich erinnere mich noch an die Vorbands „Milch auf Ex“ (aufgrund des Jubels von 30.000 Leuten, als sie ihr letztes Lied angekündigt haben), Joan Osbourne (hab ich erst gegen Ende erkannt; Ansage verpasst und damals gabs halt noch kein Internet zum vorher Informieren) und H-Blockx (eine gute Vorband. Hauptact: naja, aber eine gute Vorband). Dazu das geniale Intro von „Lay your hands on me“ mit kompletter Marching-Kapelle auf der Bühne. (Hier ein zugegebenermaußen schlechtes Video der gleichen Tour einen onat vorher in Yokohama)

Ok, die Zeiten ändern sich. Einlass ist heutzutage erst um 17.30 Uhr, „Vorband“ gibts nur noch eine, und die ist dann Christina Stürmer. Ok, man kann sich ein paar Lieder von ihr recht gut anhören (bei der NOTP hat es gut gepasst), aber als Stadionanheizer: neeeeeeeeeeeeeeeee.
Sie wirkte auch etwas winzig und verloren auf der Bühne: Lichtshow gab es so gut wie keine und Videowall durfte nicht verwendet werden (bzw. nur zur Einblendung des Logos). Nun ja, auch bei John Bon Jovi scheinen ein paar Starallüren Einzug zu halten.

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Apropos Videowall: bei Ansicht der Bühne fielen mir da noch so ein paar „kleine“ Unterschiede auf. Hatte man 1996 noch Unmengen an Gerüst und Planen gebaut, um überhaupt ein im Tageslicht sichtbares Bild zu projezieren, ist das heute doch um einiges einfacher: LED-Schirm hinhängen, fertig. Konsequenz: die Bühne ist vielleicht noch halb so tief wie früher. Man kann also einen Sitzplatzblock rechts und links im Stadion mehr verkaufen und bekommt auch mehr Leute in den Innenraum.

Die Bühne an sich erzeugte dann aber wieder einen entsprechenden Aha-Effekt. Das Bühnendach war die Front eines überdimensionalen Buick. Darüber: LED-Wand. Die Scheinwerfer: LED-Wand (wenn auch nur weiße LED; dafür verdammt hell). Die Bühnenkanten: LED-Wand. Die Arbeit des Show-Designs besteht heute nicht mehr daraus, die Scheinewrfer geschickt zu positionieren, sondern nur noch aus der entsprechenden Videowall-Programmierung.

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Offensichtlich hatte Bon Jovi aber schon erkannt, das das so mit Christina Stürmer mit dem einheizen nicht funktionierte: kurzerhand spielten sie erst als ihre eigene WarmUp-Band „Rocking all over the world“, womit das Stadion dann auch direkt richtig ans toben kam, um dann erst (wie sonst üblich) mit „Thats what the water made me“ einzusteigen. Spätestens nach „You give love a bad name“ und „Raise your hands“ gab es kein Halten mehr, die Tribühnen standen nahezu geschlossen, und das Publikum sang so laut, das die PA locker übertönt wurde.
Es zeigte sich ein weit verbreiteter Effekt: je älter das Lied, desto lauter das Publikum. Die neueren, etwas unbekannteren Lieder wurden nur vereinzelt mitgesungen, und waren vielen auch kaum oder gar nicht bekannt. Die meisten waren dann doch da, um in alten Zeiten zu schwelgen (ich ja auch…).

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Man muss aber neidlos anerkennen: die Jungs haben es noch drauf. John Bon Jovi post wie in alten Zeiten, ohne dabei peinlich zu wirken. David Bryan und Tico Torres scheinen vom Altern auch ausgenommen zu sein. Hugh McDonald war wie üblich kaum zu sehen. Interessant diesmal der Gitarrenpart: Bobby Bandiera spielte am Anfang mehr Soli als der eigentliche Richie Sambora Ersatz Phil X.
Schon immer gelten Bon Jovi als eine der besten Coverbands der Welt, auf nahezu jeder Tour wurden auch immer wieder Stücke anderer Künstler gecovert, diesmal direkt als Opener, dazu noch „Pretty woman“ und „Roadhouse blues“ in „Bad medicine“.
Auch Christina Stürmer durfte nochmal mit auf die Bühne, „Who says you can´t go home“ wurde als Duett von ihr und John gesungen. Wobei ich mich frage: wieso nicht ein Lied, wo sich das Duett anbietet (z.B. Living on a prayer, siehe „This left feels right“).
Man fühlte sich aber einfach gut nach der Show: über 2,5 Stunden, über 25 Songs, ausgepowert vom Mitsingen, alles bestens.

Alles? Man hatte das Gefühl, irgendwas fehlte. Ok, eine Band mit diesem Repertoire kann nicht mehr alle Hits spielen (es fehlten z.B. „Always“ „Bed of roses“ „Lay your hands on me“ „These days“), wobei die Setlist von Show zu Show variiert und zumindest die Balladen immer mal wieder gespielt wurden.
Und wenn man dann ein zweites Mal darüber nachdenkt, merkt man, was bzw. wer fehlt: Richie Sambora.
Und zwar nicht, wie viele in Fanforen oder ähnlichem beklagt haben, weil er ein Gitarrengott ist. Es ist wahrlich nicht schwer einen Gitarristen zu finden, der so gut spielt, wie Richie Sambora (ich habe mindestens 3 in meiner Facebook-Freundesliste).
Aber VIELE (und zwar wirklich viele) Bon Jovi Stücke funktionieren aufgrund der 2. Stimme von Richie. Und die konnte Phil X nicht ersetzen.
So bleibt zu hoffen, das die Streitigkeiten beigelegt werden, und die nächste Tour wieder mit Richie stattfindet. Vielleicht komme ich dann auch nochmal (aber nur vielleicht).

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Mike & the Mechanics (Kultur Pur)

Erstellt von Daniel Mohr am Sonntag 19. Mai 2013

So, nach längerer Pause auch nochmal ein Konzertbericht. Ich war zwar auch 2012 auf einigen Konzerten unterwegs, aber das Schreiben habe ich etwas vernachlässigt. Das holen wir dieses Jahr nach!

Los geht die Konzertsaison wie so oft an Pfingsten auf Kultur Pur. Schon seit Jahren ist es eigentlich traditionell so, das ich versuche zumindest eines der Konzerte zu besuchen. Da das Programm immer recht gut gemischt ist, ist eigentlich auch immer etwas für jeden dabei (Ausnahme: 2012 sagte mir nun so wirklich gar nichts zu). Dieses Jahr gab es auch wieder einige Auswahl: Roger Hodgson war allerdings schnell ausverkauft, Stanfour + Luxuslärm als Doppelkonzert wäre mir zu anstrengend gewesen.

Aber es stand auch ein weiterer Klassiker auf dem Programm: Mike & the Mechanics gaben sich die Ehre im Wald.

Nun hat sich in der Band einiges verändert. Nach der Zeit der größten Hits in den 80er und 90er Jahren starb überraschend Paul Young im Jahr 2000. Der zweite Lead-Sänger Paul Carrack stieg 2006 aus der Band aus, die danach eigentlich schon für tot erklärt wurde, auch von Mastermind Mike Rutherford selbst.

Nach der letzten Genesis-Tour wurde ihm aber wohl wieder etwas langweilig, so dass er die Band 2010 in neuer Besetzung wieder auferstehen ließ. Und auch diesmal mit einem Händchen für die perfekte Besetzung. Als Sänger wurden Tim Howar und Andrew Roachford gewonnen. Letzterer war sogar schon mal bei Kultur Pur: 2005 zusammen mit Mousse T. Und bereits damals hatte mich sein Auftritt sehr beeindruckt. Ergänzt wird das Line-Up durch den langjährigen Drummer Gary Wallis, dem Gitarristen Andrew Drennan und dem Multiinstrumentalisten Luke Juby, der meist Keyboard spielte, aber auch Bass oder Saxophon, und offensichtlich beim Wettpfeifen der dritten Strophe von „Over my shoulder“ mit weitem Abstand gewonnen hatte und auch diese Aufgabe daher übertragen bekam.

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Das Konzert begann erstmal mit einem „Schockmoment“: Wolfgang Suttner, Chef von KulturPur! betrat die Bühne. Meist ein schlechtes Zeichen wiegelte er aber direkt ab „keine Angst, es ist nichts passiert“ und nahm sich die Freiheit, das Publikum persönlich zu begrüßen und auch kurz nochmal ein paar Hauptsponsoren zu danken. Und dann ging es auch schon los.

Ohne großen Zirkus kam die Band auf die Bühne, und begann auch direkt mit einem allseits bekannten Hit „A beggar on a beach of gold“. Und da zeigte sich auch direkt die Stärke des Konzertes: es reihte sich Hit an Hit. Und ganz oft konnte man im Publikum einen Aha-Effekt entdecken, denn Mike & the Mechanics waren eigentlich nicht die Riesen-Chartstürmer, aber unheimlich viele Lieder hatten (und haben immer noch) massives Airplay, wie das so schön heißt: es vergeht wohl kein Tag, auf dem auf WDR2 (als Beispiel) nicht mindestens ein Mike & the Mechanics Song gespielt wird.

Nach dem „seichten“ Einstieg ging es dann mit dem 2. Stück richtig los: „Get up“ war Aufforderung und Programm zugleich. Danach gab es mit „Try to save me“ erstmals ein Stück vom neuen Album. Nach „Another cup of coffee“ dann noch ein zweites unbekanntes Stück (vermutlich „The Road“). Und damit war der „langweiligste“ Punkt des Konzertes schon erreicht! Und nicht, das es wirklich langweilig gewesen wäre, auch die neuen Stücke sind gut (aber halt unbekannt). Nun wurde aber mit „Throwing it all away“ der erste Genesis-Klassiker (mit prägnanten Gitarren-Riff) ausgepackt, der natürlich sehr gefeiert wurde. Direkt danach gab Roachford seinen Solo-Hit „This Generation“ zum Besten, auch dieser ist aus dem Radio relativ bekannt, und die Performance war überragend!

Danach dann ein „Acoustic“-Set mit insgesamt 3 Stücken. Hier dann auch so nette Klassiker wie „Whenever I stop“.

Und nun wurde schon zum langen und ausdauernden Endspurt angesetzt. Dem Klassiker „Silent Running“ folgte die 2. Solo-Darbitung von Roachford, gefolgt von „Follow you, follow me“ und (für mich überraschend) „I can´t dance“. Ich hätte nicht gedacht, das sie einen der ganz großen Genesis-Hits anpacken. Andererseits war es sehr angenehm zu merken, das das Publikum die Genesis-Songs zwar natürlich feierte, aber nicht 2000 Genesis-Fans im Zelt saßen, die einzig und alleine nur auf diese Stücke warteten. Mit „the Living Years“ und „All I need is a miracle“ endete das reguläre Set.

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Als „Zugabe“ (eigentlich ist das heutzutage albern, die „Zugabe“ ist geplant, und eine wirkliche Zugabe gab es auch diesmal nicht, obwohl das ganze Zelt tobte nach dem letzten Lied: Licht an, Bühne abbauen, Ende) gab es dann noch „Over my shoulder“ und „Word of mouth“ incl. einer Ausführlichen Bandvorstellung.

Insgesamt dauerte das Konzert ca. 1 Stunde und 40 Minuten. Durchaus viel Zeit und in diesem Fall auch außerordentlich kurzweilig.

Andrew Roachford und Tim Howar sind zwei gigantisch gute Sänger, mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Roachford ist eher der Clown, spielt auch noch Keyboard wenn erforderlich, hat ein wenig Soul in der Stimme, singt aber alles, ggfls. halt in einer eigenen Art. Tim Howar hat die klarere Stimme, sang alle Phil Collins Parts. BEIDE haben aber eine ganz große Stärke: sie können die absolute Rampensau geben, haben aber gar kein Problem damit, den Background zu singen oder sich einfach zurück zu ziehen.

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Die restliche Band sind super gute Musiker, die einen hervorragenden Job abliefern, und trotzdem offensichtlich einen riesigen Spaß dabei haben (was aber auch daran liegt, das der gerade nicht beschäftigte Sänger öfters mal damit beschäftigt ist, die Kollegen zu ärgern). Gary Wallis trommelt mir da manchmal etwas zuviel durch die Gegend, aber letztlich fügt er sich in das Gesamtgebilde. Luke Juby ist glaube ich für jede Band eine Bereicherung, ich nehme an, der spielt alles, was Töne von sich gibt, und singen kann er auch noch.

Und Mike Rutherford: nun ja, er ist auch über 60, hat es aber geschafft, seine Band so zu verjüngen, das sie sowohl die alten Hits noch darbieten können, als auch sich als Band weiter entwickeln. Sein Spiel war immer grundsolide und präzise. Er war ja noch nie für ausschweifende Soli oder besonders virtuoses Spiel bekannt. Er wechselte auch hier (wie von Genesis jahrelang bekannt) immer wieder zwischen Bass und Gitarre und ließ Anthony Drennan den jeweils anderen Part übernehmen (ähnlich zu Daryl Stuermer bei Genesis). Problem bei KulturPur: der Techniker hatte zuviel Ehrfurcht vor Mike, daher war er immer etwas lauter, was nicht hätte sein dürfen. Mike Rutherford ist ein genialer Teamspieler, der sich überhaupt nicht in den Vordergrund spielen will.

Zum Abschluß dann aber doch noch eine herbere Kritik: den Refrain von Living Years vom Band (oder aus dem Synthie) kommen zu lassen ist in meinen Augen einfach mangelndes Selbstbewusstsein. Das kann das Publikum übernehmen 😀 Und ansonsten stellt man sich entweder einen Kinderchor auf die Bühne, oder man lässt es eben ganz. Genug gemeckert 😀

Danke an Simon für die Bilder (und den Biernachschub 😉 )

Setlist:

A Beggar on a beach of gold

Get up

Try to save me

Another cup of coffee

The Road (?)

Throwing it all away (Genesis)

This generation (Roachford)

All the light I need

Whenever I stop

Everybody gets a second chance

Silent running

Cuddly toy (Roachford)

Follow you follow me (Genesis)

I can´t dance (Genesis)

Living years

All I nee is a miracle

Encore:

Over my shoulder

Word of mouth

 

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Coldplay am 15.12.2011 in Köln (Lanxess Arena)

Erstellt von Daniel Mohr am Sonntag 18. Dezember 2011

Zum Jahresabschluss also noch ein Konzert in der Kölnarena:
Coldplay kamen für nur 3 Konzerte nach Deutschland (dementsprechend schnell waren die dann ausverkauft, dementsprechend hoch gingen die Schwarzmarktpreise, um dann eine Woche vor dem Konzert rapide zu sinken, da für 2012 eine Stadiontour angekündigt wurde).

Die Anfahrt war wie gewohnt spannend: dass man Köln mit einem VW-Bus keinen Parkplatz bekommt, weil alle Parkhäuser nur 1,90m Einfahrtshöhe haben, war mir bekannt. Neu war mir aber, das die großen Parkäuser P1 und P2 an der Arena nur 1,80m Einfahrshöhe haben (auf der Website steht 1,90m). Zum Glück war ich so früh da, dass es noch einen Parkplatz in dem (sehr kleinen) P4 gab, dort konnte ich dann auch mit dem Caddy rein.

Zunächst ging es dann aber mal in die Stadt, im Bahnhof im Schweinske noch kurz was Essen (mit Abstand der schlechteste Schweinske, den ich bisher erlebt habe). Wobei ich mich auch auf dem Weg dahin wieder verlaufen habe (ich werde kein Freund mehr von Köln).

Pünktlich waren wir dann an der Arena, und auch relativ schnell beim Einlass durch. Hier bekam jeder auch ein Armband mit einem Schriftzug und einer kleinen Elektronik. Ohne Schalter oder Taster oder sonst etwas, völlig unklar wozu die gut sind.

Unsere Plätze waren 2. Oberrang erste Reihe, also ein schönes „Zuguck-Konzert“. Etwas störend das Geländer im Sichtfeld, aber wenn man aufstand, konnte man gut darüber gucken 😉

Als Support trat Emeli Sandé auf. Riss mich jetzt nicht so vom Hocker, zumal der Sound ziemlich Brei war und der Gitarrist offensichtlich erst kürzlich angelernt wurde, was sich darin bemerkbar machte, dass er schonmal andere Lieder spielte als der Rest der Band.

Um 21.15 Uhr ging es dann richtig los (recht spät für ein Konzert unter der Woche). Vor Beginn gab es zunächst „99 Problems“ von Jay-Z zum einheizen (ich dachte, die Tontechniker wollten die Bühnentechniker ärgern, weil es irgendwo ein Problem gegeben hatte. Aber das kommt wohl immer vor Beginn). Dann Xylo Myloto als Intro Und mit Beginn des ersten Songs wurde auch klar, wofür die Armbänder sind: diese waren in 4 verschiedenen Farben (weiß, rot, blau, grün) mit LED bestückt und liessen sich vom Lichtpult aus komplett oder in Gruppen steuern. Und zwar Synchron! Ein unglaublicher Anblick, gerade von hinten in der Halle.
Recht gut zu erkennen in diesem Video auf Youtube:

Die ersten Lieder ging es dann auch direkt richtig zur Sache Showtechnisch: die Bändchen, Laser, Ballons von der Decke, Konfettikanone. Es wurde einiges geboten. Zwischendurch ging es für 2 ruhigere Lieder auf die Mittelbühne (das X vorne am Steg). Ein abwechslungsreiches Programm, durchaus auch mal etwas härter, als man Coldplay so aus dem Radio kennt.

Das Publikum ging geschlossen ab dem ersten Lied mit (auch im 2. Oberrang, da habe ich schon ganz anderes erlebt). Eine insgesamt sehr gute und stimmige Show mit nur zwei kleinen Makeln: etwas kurz (mit Zugaben knapp 1,5 Stunden ist gerade noch im Limit) und mir kam etwas zuviel zusätzlich vom Band (Samples, Keyboards), das hätte gar nicht sein müssen. Aber trotzdem freue ich mich, dass ich mir dieses Konzert angeschaut habe, hat sich wirklich gelohnt.

Setlist (ohne Gewähr, da ich die meisten Lieder ja nicht kannte):

Mylo Xyloto
Hurts Like Heaven
Yellow
In My Place
Major Minus
Lost!
The Scientist
Violet Hill
God Put A Smile Upon Your Face
Up in Flames
Shiver
Us Against the World
Politik
Viva La Vida
Charlie Brown
Paradise

Zugaben:
Clocks – White Christmas
Fix You
Every Teardrop is a Waterfall

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verkaufsoffener Sonntag in Siegen (2)

Erstellt von Daniel Mohr am Donnerstag 1. Dezember 2011

Da aus gegebenen Anlass wieder enorm viele mit Suchbegriffen wie „verkaufsoffener Sonntag Siegen“ hier landen:

An meiner Grundsätzlichen Meinung von vor 2 Jahren hat sich nichts geändert.
Ok, der NRW-Tag ist Geschichte, der Shopblogger hat keine 24 Stunden mehr am Tag auf (aber aus anderen Gründen), und ob der Rewe in Laasphe immer noch 36 Sonntage im Jahr aufmacht, weiß ich nicht (bin lange nicht in der Ecke gewesen), lt. Internet haben sie jetzt jeden Sonntag von 12-20 Uhr auf.

Eine Stellungnahme der Händler gibt es schon. Eine Stellungnahme der ARGE Klafeld-Geisweid-Dillnhütten wird wohl noch folgen.

Interessant finde ich nur, das der Rat bei diesem Thema wirklich tolle Feste aufs Spiel setzt, sich aber kein bisschen um die Sonntagsflohmärkte schert.

Aufgefallen ist mir, das auch objektiv betrachtet NIEMAND mir gegenüber ein sinnvolles Argument für ein Verbot von verkaufsoffenen Sonntagen vorbringen konnte („Familienfeindlich“ ist kein Argument, das hätte ich gerne spezifiziert).

UPDATE:

Ein offener Brief der ARGE (Arbeitsgemeinschaft der Vereine Klafeld – Geisweid – Dillnhüttten) liegt nun auch vor: Offener Brief auf geisweid.org

Und der Rat der Stadt Kreuztal hat schon gelacht und trotzdem 4 Verkaufsoffene Sonntage für 2012 beschlossen (die nach derzeitigem Stand noch besser besucht sein werden, als die letzten Jahre).

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Night of the Proms 2011, Antwerpen

Erstellt von Daniel Mohr am Sonntag 6. November 2011

Endlich war es wieder soweit: die Night of the proms stand an!
Nachdem wir im letzten Jahr irgendwie nicht hingefahren sind (lange gezögert und Programm einfach zu schlecht…..), war die Vorfreude dieses Jahr umso größer.
Und da auch endlich nochmal alle ab Samstag Mittag Zeit hatten und das Wetter auch gut werden sollte, sind wir auch extra früh los gefahren.

So sind wir erstmal ein paar Stunden durch die herrliche Altstadt von Antwerpen geschlendert, die ich wirklich jedem nur empfehlen kann. Dort kann man sich sicherlich auch einige Tage aufhalten, es gibt soviele kleine Läden, Geschäfte, schöne Ecken,etc. dass es sich sicherlich lohnt, auch mal einen längeren Aufenthalt einzuplanen.
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Linkin Park Hessentag Oberursel, 19. Juni 2011

Erstellt von Daniel Mohr am Samstag 25. Juni 2011

Dieses Jahr also 2mal Hessentag: nach dem Besuch von Roxette eine Woche zuvor ging es diesmal mit 7 Leuten zum Linkin Park Open Air. Das Wetter meinte es diesmal nicht ganz so gut: der Reporter von hr3 sprach von „Deko-Wolken“, leider kam daraus auch regelmäßig Deko-Regen, der dummerweise genauso nass war wie richtiger Regen. Aufgrund dieser Tatsache hatten wir uns auch kurzfristig entschlossen, den direkt am Gelände, aber verkehrstechnisch ungünstiger gelegenen Parkplatz 2 anzufahren. Dort angekommen (nach einem KLEINEN Umweg) hatten wir direkt einen guten Parkplatz mit direkter Sicht auf die Bühne. Dahe gabs erstmal Picknick, und der erste Regenschauer wurde unter der geöffneten Heckklappe abgewartet.

Der Blick vom Auto aus, wir fragten uns zunächst, wofür wir überhaupt Karten gekauft haben

Die ersten beiden Vorbands waren nichts bewegendes, taten aber auch nicht weh. Wir konnten sie gut vom Parkplatz aus verfolgen. Die nächsten beiden (? angekündigt waren 4 Vorbands, die Presse spricht aber von 5) haben wir verpasst, weil wir doch noch aufgerafft haben, und mit der U-Bahn in die Stadt auf den Hessentag gefahren sind, um zumindest einen kurzen Eindruck davon zu gewinnen (wobei ich selbst ja schon letzte Woche da war und daher die Strecke abgegangen bin, die ich letzte Woche nicht mehr geschafft habe). Rechtzeitig zu „Die Antwoord“ waren wir wieder am Gelände, was wir doch sehr bereuten. Waren wir doch nur früher zurück, weil wir die Befürchtung hatten, das LP doch früher anfängt, da ja um 18 Uhr schon 2 Vorbands durch waren. „Die Antwoord“ war jedenfalls nicht zu ertragen. Mal davon abgesehen, dass die Musik technisch auch noch schlecht präsentiert wurde (wenn schon nur der „Gesang“ live ist, sollte der zumindest gerade sein), ist die Musik an sich einfach gräßlich.Dies fand auch ein überwiegender Teil des Publikums, ich hab seid Jahren keine Vorband mehr erlebt, die so ausgebuht wurde. Am meisten bejubelt wurde der Regenbogen gegenüber der Bühne, der zwischenzeitlich auftauchte.

Höhepunkt des Vorprogramms (Panorama, anklicken!)

Es folgte dann auch endlich nochmal ein Regenschauer, über dem Gelände, der sich aber kurz vor Beginn dann doch wieder verzog. Den Rest des Abends war Blauer Himmel.

Pünklich um 21 Uhr begann dann Linkin Park. Nach kurzem Intro ging es direkt mit einigen alten Krachern zur Sache. Die Fans insgesamt waren anscheinend ganz guter Stimmung. Die Fans um uns herum waren leider größtenteils asozial. Mal davon abgesehen, das ich nicht verstehen kann, dass man sich eine Konzertkarte kauft, und dann zu Beginn des Topacts so zugeschüttet ist, das man eh nichts mehr mitbekommt, kann man auch ein wenig Rücksicht auf die Umliegenden Zuschauer nehmen, und muss diese nicht mit Bier vollschütten, anrempeln, ins Gesicht packen oder ähnliches. Ein wenig Gedränge vor der Bühne: kein Problem. Aber wir standen recht weit hinten, da sollte das nicht sein. Außerdem waren während dem Konzert soviele Leute unterwegs, das auch dies bei uns völliges Unverständnis hervor rief. Es war nicht ein Lied (das ist keine Übertreibung), welches man hätte in Ruhe abfeiern können, immer drängelte sich irgendwer durch, meist nach hinten, gelegentlich halt auch nach vorne. Der negative Höhepunkt war dann „In the End“, wo die Gruppe hinter uns meinte, ein anderes Lied anstimmen zu müssen………

Die Bühne selbst war nichts besonderes: immerhin gab es diesmal im Hintergrund eine große Videowand, so dass man auch von hinten etwas mehr erkennen konnte. Ein wenig mehr Licht als bei Roxette hing auch, aber auch nicht wirklich viel. Auffällig waren die 6 (!!) Verfolger, die über der Bühne hinten, das grenzt schon an Übertreibung.

Die Setlist war recht knackig, wenn auch ein wenig kurz. Mengenmäßig aufgepumpt natürlich durch die Interludes, dadurch waren es insgesamt 24 Lieder, effektiv aber nur 19. Die Konzertdauer war mit 90 Minuten incl. Zugabe im normalen Bereich, mit den ganzen Interludes aber höchstens gerade so noch akzeptabel. Der Hauptteil war nach 70 Minuten vorbei, da fühlte ich mich schon etwas veralbert. Der Zugabenblock war dafür natürlich 5 Lieder Vollgas, das hats dann wieder rausgerissen. Gefehlt hat mir eigentlich nur „Breaking the habbit“

Leider etwas vom Winde verweht war der Sound. Gefühlt war er bei den Vorbands lauter als bei Linkin Park, was im Publikum in unserer Ecke für einigen Unmut sorgte. Dies lag aber wohl daran, das während LP fast ununterbrochen ein starker Wind wehte. Während der Zugaben flaute der Wind gelegentlich etwas ab, dann war auch direkt etwas mehr Schub hinter der Musik. Insgesamt leider ein Problem von Open-Air Konzerten: Pech gehabt. Immerhin sind wir halbwegs trocken geblieben.

Setlist:

01. The Requiem *
02. Faint
03. Lying From You
04. Given Up
05. What I’ve Done
06. No More Sorrow
07. From The Inside
08. Jornada Del Muerto *
09. Waiting For The End
10. Burning In The Skies
11. Numb
12. The Radiance *
13. Iridescent
14. Fallout *
15. The Catalyst
16. Shadow Of The Day
17. In The End
18. Bleed It Out (including drum solo + A Place For My Head )

Zugabe:

19. Empty Spaces *
20. When They Come For Me
21. Papercut
22. New Divide
23. Crawling
24. One Step Closer
(* sind Interludes, größtenteils vom Band)

Das Konzert aus dem Madison Square Garden mit fast der gleichen Setlist gibt es übrigens bei Youtube!

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Rene Marik, Siegerlandhalle, 3. Juni 2011

Erstellt von Daniel Mohr am Sonntag 19. Juni 2011

Nachdem wir 2008 bereits das erste Programm „Autschn!“ von Rene Marik im Rex-Theater in Wuppertal gesehen hatte, ist er nun ja schon seid einiger Zeit mit dem neuen Programm „Kasperpop“ unterwegs. Das Programm ist auch schon auf DVD erschienen und lief auch im Fernsehen, ich hatte es aber bisher bewusst noch nicht geschaut, um mir die Überraschung für den Abend nicht zu nehmen.

Unsere Plätze erwiesen sich als Glücksfall: direkt auf Höhe der Puppenspiel-Bühne konnten wir die Höhepunkte der Show sehr gut verfolgen. Und das beschreibt auch das Programm schon ganz gut: die Puppenszenen sind größtenteils überragend und richtig gut, auch wenn es hier die ein oder andere schwächere Szene gab. Leider hofft Rene Marik aber immer noch auf den Durchbruch als Musiker, und den wird er weiterhin nicht schaffen. Mal davon abgesehen, dass der Sound in der Siegerlandhalle auch noch schlecht war, und seine Texte dadurch eh nicht zu verstehen waren (liebe Techniker: Rene Marik ist nicht AC/DC, da muss man nicht alles, wo Gitarre oder Bass dran steht aufdrehen, bis die Wände wackeln). Auch die Videoeinblendungen aus der „HassBox“ waren größtenteils sehr schwach, da war das Video aus der ersten Tour um Längen besser.

Rene Marik Siegerlandhalle

So war es zwar ein ganz netter Abend, aber doch von einigen Längen geprägt. Insgesamt hatte ich vor 3 Jahren wesentlich mehr zu lachen, obwohl ich da schon mehr vom Programm kannte.
Musikalisch sollte Rene Marik sich vielleicht darauf beschränken, selbst das Signal zum Ende der Pause zu geben (wie geschehen, das war mal eine nette Idee, statt irgendeinem Gong 5 Minuten Gitarren-Improvisation), und auf den DVDs mal ein Zwischenlied zu produzieren. Live-Musiker wird er nicht mehr….

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Roxette am Hessentag in Oberursel, 12. Juni 2011

Erstellt von Daniel Mohr am Donnerstag 16. Juni 2011

Die Konzertsaison geht weiter: diesmal zu Roxette auf den Hessentag! Viele andere haben sich auf das erste Roxette-Konzert seid 10 Jahren tierisch gefreut. Für mich war es ehrlich gesagt gar kein so großer Moment mehr. Das Comeback von Marie habe ich schon bei der Night of the proms erlebt. Und den Rest der Band (und zwar exakt die gesamte Band) habe ich mit ähnlicher (fast noch besserer) Setlist im Gloria in Köln gesehen. Dort kamen wir auch der Band so nahe, wie wir nie wieder die Gelegenheit haben werden.
Also war von vorneherein ein netter Konzertbesuch geplant: kein Gedränge, kein Geschubse, so weit vor, wie halt noch geht und einfach gucken und genießen. Der Support-Act Ozark Henry war schon frühzeitig angekündigt worden, und eine kurze Recherche im Internet ergab, dass man den nicht zwingend gesehen haben muss.
Die Anfahrt gestaltete sich sehr problemlos: Oberursel ist im Gegensatz zu den letzten Hessentags-Städten bequem von Siegen per Autobahn erreichbar, die Parkplätze großzügig bemessen (die Ausschilderung lies aber zu wünschen übrig). Leider liegt der günstig gelegene Parkplatz 1 ca. 2km vom Open-Air Gelände weg, aber ein kleiner Fußweg schadet ja nicht. Zumal der Hinweg in einer Schleife über die Hessentagsstrasse noch nette Eindrücke in das Treiben bot. Wir waren etwas knapp dran, so hatten wir nur etwas weniger als 2 Stunden, um eine Runde zu drehen. Vieles haben wir sicherlich nicht gesehen, aber für einen Eindruck reicht es.
Unser Timing erwies sich dann als Perfekt: gerade als wir am Gelände ankamen, begann Ozark Henry mit dem Support, so war die halbe Stunde mit Einlass, Getränke organisieren und Platz suchen schön mit Musik untermalt. Überraschung auf dem Gelände: es gibt keinerlei Videowände. Weder neben der Bühne, noch wie letztes Jahr hinter dem Technik-Tower. Auch wenn die Hessentag-Bühne kleiner ist als in den letzten Jahren (ca. 15.000 passen auf das Gelände, in den letzten Jahren waren es eher 45.000), fand ich dies schon etwas komisch.

Um 21 Uhr kam dann Roxette auf die Bühne. Ohne Vorgeplänkel ging es direkt mit „Dressed for success“ los (auch kein Intro, wie es noch auf der Gessle-Tour vorhanden war). Die ganze Show bestand mit wenigen Ausnahmen quasi nur aus Single-Hits. Das war auch gut so, weil es waren relativ viele Besucher vor Ort, die nur die großen Hits kannten. Gerade im Mittelteil ging die Stimmung etwas runter, auch wenn mit „She´s got nothing on (but the radio)“ und „It must have been love“ zwei Stimmungs-Peaks dazwischen lagen. Solche Phasen sind bei einem „Zuschau“-Konzert dann etwas anstrengend, weil man mitten unter den sich unterhaltenden Leuten steht, die die Lieder bzw. die Texte nicht kennen. Im Bereich vor der Bühne hat man das wahrscheinlich so nicht mitbekommen.

Die Band spielte in einer hervorragenden Laune. Marie ist auch noch dynamischer als schon bei der Night of the proms, die Tour tut ihr sichtlich gut. Per geniesst es offensichtlich immer noch, dass er die Möglichkeit hat auf der Bühne live zu Rocken. Besonders sichtbar wurde das bei „Watercolours in the rain“, wo er einfach nur an der Seite stand (und ein wenig Keyboard spielte), während Marie zu Bestform auflief. Bei „She´s got nothing on (but the radio)“ wurde richtig gerockt, die Band kam gar nicht zum Ende, so tobten alle über die Bühne. Selten solch ein langes Stück von der besten „3-Minuten-Stück-Band“ der Welt gesehen.

Die Show war allerdings sehr enttäuschend: die Bühnendekoration bestand genau aus einem Riesen-Bildbanner im Hintergrund (welches zwischen „How do you do?“ und „Dangerous“ durch ein anderes Bildbanner ersetzt wurde). Die Lichtshow nur aus 4 Bars Scanner, das wars. Ich hab nichts gegen Purismus, aber für eine solch große Bühne ohne Videowände war das doch ein bisserl wenig. Für das hinten stehende Publikum (oder kleine Personen) gab es so ungefähr überhaupt nichts zu sehen. Wer da kein Hardcore-Fan ist, wird zwangsläufig enttäuscht sein.
Insgesamt war es ein schönes Konzert und ein netter Abend. Kein euphorisches Gefühl danach, aber gut unterhalten worden, und das sollte ja auch das Ziel jeder Band sein.

Der Heimweg gestaltet sich dann wieder überraschend angenehm: letztes Jahr haben wir 2 Stunden auf einer Stelle auf dem Parkplatz gestanden. Diesmal kamen wir nach Fußmarsch zum Auto auf den Parkplatz und da war: nichts. Keine Schlange, kein Gedränge, einfach einsteigen, auf die Autobahn und ab nach Hause (bzw. noch kurz auf einen Geburtstag…).

Setlist:
01. Dressed For Success
02. Sleeping In My Car
03. The Big L.
04. Wish I Could Fly
05. Only When I Dream
06. She’s Got Nothing On (But The Radio)
07. Perfect Day
08. Things Will Never Be The Same
09. It Must Have Been Love
10. Opportunity Nox
11. 7twenty7
12. Fading Like A Flower (Every Time You Leave)
13. Silver Blue
14. How Do You Do!
15. Dangerous
16. Joyride (Intro Band introduction)

Encore 1:

17. Watercolours In The Rain
18. Spending My Time
19. The Look

Encore 2:

20. Way Out (Intro „We will rock you“)
21. Listen To Your Heart
22. Church Of Your Heart

Bilder diesmal nicht von mir, sondern von Simon Mohr

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